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Jury im Porträt: Barbara Thiele

15.11.2018 in Allgemein

Eine hochkarätige Jury entscheidet über die Vergabe der digital publishing awards. Im Vorfeld stellen wir die Mitglieder des Gremiums mit einem Fragebogen vor. Heute: Barbara Thiele, Jüdisches Museum Berlin.

Welche digitale Innovation hat Sie persönlich in den letzten zwölf Monaten am meisten beeindruckt?



Persönlich und beruflich interessiert mich gerade alles, was sich um das Thema künstliche Intelligenz dreht. Auch wenn das die erste technische Entwicklung ist, bei der ich neben Faszination auch Unheimlichkeit  verspüre (z.B. wenn ich neuerdings testweise mit einer Maschine wie mit einer Freundin spreche), glaube ich, dass, richtig eingesetzt, die Menschheit vor einem großen Wendepunkt steht und KI für viele wichtige und sinnvolle Projekte eingesetzt werden kann. Da ich gerade tief in der Museumswelt stecke, möchte ich hier ein Beispiel geben: The Voice of Art | With Watson hat mich sehr beeindruckt im letzten Jahr. Es zeigt, wie man Technologie smart nutzen kann, um einen sehr positiven Effekt zu erzielen und neue Zielgruppen zu erreichen.

Wie schätzen Sie den Innovationsgrad der Medienbranche ein?

Leider passiert da, wie generell in Deutschland, meines Erachtens zu wenig. Wir sind zu langsam, zu träge, zu wenig risikofreudig. Meine Erfahrungen in der Medienbranche liegen allerdings etwas zurück, ich lasse mich sehr gerne eines Besseren belehren. 

Was treibt die Innovation in der Medienbranche maßgeblich voran?

Ich hoffe, dass es immer mehr Innovationsbegeisterte in der Branche geben wird, die Freude an Veränderung und keine Angst vor Disruption haben, dann wäre schon viel gewonnen. Und der Marktdruck von außen tut sein Übriges, das sehen wir ja z.B. sehr stark bei den Zeitungen und ich finde es sehr mutig von der taz, deshalb schon jetzt das Ende der Druckausgabe zu planen.

Was ist für Sie persönlich „innovativ“?

Alles, was mich persönlich dazu bringt, mich aus der Komfortzone zu bewegen und Dinge komplett neu zu denken.

 

 

Jury im Porträt: Juliane Seyhan

13.11.2018 in Allgemein

Eine hochkarätige Jury entscheidet über die Vergabe der digital publishing awards. Im Vorfeld stellen wir die Mitglieder des Gremiums mit einem Fragebogen vor. Heute: Juliane Seyhan, Springer Gabler.

©Angelika Stehle

Welche digitale Innovation hat Sie persönlich in den letzten zwölf Monaten am meisten beeindruckt?



Die HABA-Digitalwerkstatt: hier lernen Kinder die digitale Welt spielerisch kennen. Es gibt Programmierworkshops, Kinder experimentieren mit Robotern oder produzieren digital Musik. Ich finde das eine tolle und sehr wichtige Sache, um Kinder (und, ganz wichtig: ihre Eltern und Lehrkräfte) innovativ an digitale Themen heranzuführen.  

Wie schätzen Sie den Innovationsgrad der Medienbranche ein?

Nach meiner Einschätzung ist der Innovationsgrad sehr unterschiedlich. Es gibt sehr innovative Unternehmen, die sich grundsätzlich infrage stellen und versuchen, sich allumfassend neu zu erfinden. In meinem beruflichen Zuhause, der Verlagsbranche, bewegt sich doch einiges. Ein guter Gradmesser ist die Frankfurter Buchmesse, auf der ich 2018 einige Diskussionen und Panels zu Innovationsthemen wie Blockchain oder Künstliche Intelligenz erlebt habe. Es gibt innovative Konzepte wie die „Arts+“, es gibt den startup-Club des Börsenvereins, den Kannwas.Club (der übrigens einen schönen Innovationsleitfaden erarbeitet hat) und viele Aussteller, die neue Ideen präsentieren – das macht doch Mut! 

Schade finde ich, dass immer noch und immer wieder die Diskussion Print vs. Digital (also grob gesagt: was ist eigentlich besser?) geführt wird. Das sollten wir doch endlich mal hinter uns lassen. In unserer Branche geht es um Inhalte, und die gibt es eben in zunehmend verschiedenen Formen, die alle ihre Berechtigung haben. 

Was treibt die Innovation in der Medienbranche maßgeblich voran?

Jedes Unternehmen hat wohl unterschiedliche Motive: manche sind von eigener Innovationsfreude getrieben, manche fangen erst dann an, wenn ihr Geschäftsmodell nicht mehr trägt. Davon unabhängig sehe ich aber vor allem auch die Technologie als großen Treiber. Viele Trends, die die Medienbranche gerade beschäftigen (künstliche Intelligenz, Big Data, Virtual Reality), beruhen auf technologischen Entwicklungen.

Was ist für Sie persönlich „innovativ“?

Innovation fängt für mich immer beim Menschen an. Ein innovatives Produkt entsteht, weil Menschen etwas hinterfragen (Prozesse, ihr Produkt, sich selbst …), weil sie etwas neu denken. Daher wünsche ich mir von der Medienbranche, beim Thema Innovation den Menschen noch mehr in den Blick zu nehmen: Kunden und besonders die eigenen Mitarbeiter. Innovative Produkte entstehen nur in der richtigen Unternehmenskultur, die etwa Freiraum für Kreativität und Eigenverantwortung zulässt. 

 

 

Jury im Porträt: Dirk von Gehlen

09.11.2018 in Allgemein

Eine hochkarätige Jury entscheidet über die Vergabe der digital publishing awards. Im Vorfeld stellen wir die Mitglieder des Gremiums mit einem Fragebogen vor. Heute: Dirk von Gehlen, Süddeutsche Zeitung

Welche digitale Innovation hat Sie persönlich in den letzten zwölf Monaten am meisten beeindruckt?



Der Siegeszug von Stories.

Wie schätzen Sie den Innovationsgrad der Medienbranche ein?

Gegenfrage: Was ist die Medienbranche? Sind das nur Unternehmen, die Inhalte erstellen? Oder zählen wir die Plattformen auch dazu? Ich finde, dass all diejenigen einen hohen Innovationsgrad aufweisen, die in der Lage sind, über bestehende Muster hinaus zu denken.

Was treibt die Innovation in der Medienbranche maßgeblich voran?

Der wichtigste Antrieb scheint mir der Wunsch zu sein, die Zukunft zu gestalten. Wolf Lotter hat in seinem sehr empfehlenswerten Buch „Innovation“ geschrieben: „Die Fähigkeit, die Welt, so wie sie ist, zu verbessern und vieles in ihr neu zu erfinden, ist eine zentrale kulturelle Leistung, vielleicht die wichtigste von allen. Innovation ist der berechtigte Anlass für die Hoffnung, dass es besser wird. Der Beweis, dass die Zukunft existiert.“

Was ist für Sie persönlich „innovativ“?

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