Mit „best of breed“ für alle Herausforderungen gerüstet

Der Ansatz des ECMS Systemherstellers SiteFusion(https://www.sitefusion.de/) ist es, „die besten verfügbaren Standard-Technologien intelligent miteinander zu vernetzen, um unseren Kunden eine moderne und vor allem zukunftssichere Gesamtlösung anbieten zu können.“ Thomas Weinberger, Mitglied der Geschäftsleitung, erklärt die Vorteile von „best of breed“.

Wie würden Sie Ihr Angebots- und Produktportfolio beschreiben?

Thomas Weinberger

Mit SiteFusion entwickeln wir eine der führenden Content und Workflow Management Lösungen für die Publishing Branche. SiteFusion steuert dabei die Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette – angefangen vom Autor bis zum fertigen Produkt und der Publikation in analoge oder digitale Kanäle. Für die Erstellung, Verwaltung und Publizierung der Assets verwenden wir modernste Technologien, wie die NoSQL-/XML-Datenbank MarkLogic (https://de.marklogic.com/) oder die Workflow-Engine Camunda (https://camunda.com/de/). Unser Ansatz ist es, die besten verfügbaren Standard-Technologien intelligent miteinander zu vernetzen, um unseren Kunden eine moderne und vor allem zukunftssichere Gesamtlösung anbieten zu können.

„Best of breed“ im Gegensatz zu großen, integrierten Systemen – wo sehen Sie die Vorteile?

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass eine auf einen Teilbereich spezialisierte Anwendung stets besser für diesen einen Anwendungsfall geeignet sein wird, als die „eierlegende Wollmilchsau“.

In anderen Branchen, wie der Automobil- oder auch Elektroindustrie würde kein Hersteller auf die Idee kommen, sämtliche Komponenten eines Fahrzeugs oder eines TV-Geräts selbst zu entwickeln. In der Software-Entwicklung war dies aber viele Jahrzehnte die Regel. Zum einen mangels technischer Möglichkeiten, zum anderen weil es für einen Hersteller natürlich ein attraktives Geschäftsmodell sein kann, eine monolithische Anwendung in einem Verlag zu integrieren, die dann die nächsten 20 Jahre dort auch so verbleiben wird. Man spricht hier vom so genannten „Lock-in-Effekt“, d.h. dem Kunden wird es ganz bewusst erschwert, die Anwendung zu wechseln um diesen möglichst lange an sich zu binden.

Ein konsequenter „Best-of-Breed-Ansatz“ hat hingegen den Anspruch, dass zu jedem Zeitpunkt einzelne Tools gegen andere austauschbar sind. Dabei spielen vor allem drei zentrale Voraussetzungen eine wichtige Rolle:

  1. die Tools müssen über einen einheitlichen (d.h. standardisierten) Weg kommunizieren. Im besten Fall geschieht dies über eine so genannte „REST-API“, es sind aber auch andere Varianten denkbar. Was man auf jeden Fall vermeiden sollte, sind direkte Zugriffe auf Datenbanken zwischen den Systemen – das hat mit modernen Schnittstellen nichts zu tun.
  2. Auch das Übertragungsformat – also die Sprache – sollte standardisiert sein. Wir nutzen hier bspw. XML oder JSON. Heutzutage sollte eigentlich jedes System im Verlagsumfeld diese Voraussetzung erfüllen, wichtig sind dabei natürlich die jeweiligen Validierungslogiken (XML ist nicht gleich XML).
  3. Im besten Fall gibt es eine separate Instanz, die die Schnittstellen managed. Bei uns übernimmt dies die Workflow-Engine von Camunda. Auf Basis von BPM (Business Process Management) werden sämtliche Schnittstellen zwischen den Systemen modelliert und entwickelt, so dass die Tasks durch die Engine gesteuert und überwacht werden können.

Zusammengefasst sind also folgende Vorteile gegenüber einem integrierten System zu nennen:

  • Jede Anwendung konzentriert sich auf ihre eigenen Kernaufgaben, für die sie entwickelt wurde
  • Anwendungen können jederzeit gegen andere, ggf. besser passende Komponenten ersetzt werden, die Schnittstellen bleiben dabei im Normalfall bestehen
  • Die Komponenten können an unterschiedlichen Orten betrieben werden, bspw. in der Cloud
  • Bei einem Ausfall einer Komponente können die übrigen ganz normal weiter ihre Arbeit erledigen und müssen nicht gestoppt oder gewartet werden. Um dies zu erreichen sind technisch gesehen allerdings noch weitergehende Voraussetzungen notwendig (Stichwort Microservice Architektur)
  • Der Kunde ist nicht von einem einzigen Hersteller abhängig, sondern kann selbst aktiv entscheiden, in welchem Bereich er welche Tools einsetzen möchte

Welche Beispiele für Ihre angebundenen Services können Sie nennen?

Wir können hier mittlerweile auf ein großes Portfolio von Services zurückgreifen, die wir in den letzten Jahren miteinander vernetzt haben. Im Bereich der Analyse von Content nutzen wir u.a. Dienste wie die Google Cloud für Bild- oder Texterkennung, zur semantischen Anreicherung von Texten werden von einigen unserer Kunden die Services von MORESOPHY eingesetzt. Zum Vergleichen und Zusammenführen von XML-Dokumenten haben wir mit DeltaXML das Tool in diesem Bereich angebunden. Wir unterstützen mittlerweile die Anbindung der vier führenden XML-Editoren am Markt und verfügen über Schnittstellen zu sämtlichen relevanten Satzsystemen. Im Bereich der digitalen Ausspielung nutzen wir Standard-APIs zu Shopware, Drupal oder WordPress und haben den führenden eBook-Konverter angebunden. Das sind einige wenige Beispiele, grundsätzlich haben unsere Integratoren im Rahmen der Kundenprojekte praktisch jede Möglichkeit der Anbindung, sofern die anderen Tools und Services die technischen Voraussetzungen (s.o.) mitbringen.

Was kann sich denn ein Otto-Normal-User unter NoSQL vorstellen?

Ganz vereinfacht und ohne wissenschaftliche Definition kann sich der Otto-Normal-User unter NoSQL (Not only SQL) eine Art der Datenhaltung vorstellen, die Daten nicht in festgelegte Tabellen (Spalten und Zeilen) abspeichert, sondern zum Beispiel Objekte, Liste oder Reihen als solche ablegt. Diese Art der Datenhaltung macht vor allem dort Sinn, wo heterogene Daten in großem Umfang gespeichert und verwaltet werden sollen. Im Gegensatz dazu muss man sich bei einer rein relationalen Datenbank (SQL) im Vorfeld Gedanken machen, wie die Struktur aussehen soll. Bildlich kann man sich eine relationale Datenbank als Getränkekasten vorstellen, in den nur Flaschen einer gewissen Abmessung reinpassen, während die NoSQL DB eher ein Eimer wäre, dem es egal ist, wie groß oder klein die Flasche ist.

MarkLogic verfolgt als Dokumentendatenbank hierbei den flexibelsten Typ von NoSQL-Datenbanken, wodurch sich heterogene Daten ohne vorherige Modellierung problemlos laden lassen. Dank der Definition der Dokumente als XML ist es folglich möglich, strukturierte und unstrukturierte Informationen in MarkLogic abzulegen und für die weitere Verwendung zu nutzen. Nachdem sich Verlage seit jeher mit heterogenen Daten rumschlagen müssen, ist diese Art der Datenablage für diese Art der Anforderungen äußerst hilfreich, effizient und zukunftssicher.