Eine hochkarätige Jury entscheidet über die Vergabe der digital publishing awards. Im Vorfeld stellen wir die Mitglieder des Gremiums mit einem Fragebogen vor. Heute: Barbara Thiele, Jüdisches Museum Berlin.

Welche digitale Innovation hat Sie persönlich in den letzten zwölf Monaten am meisten beeindruckt?



Persönlich und beruflich interessiert mich gerade alles, was sich um das Thema künstliche Intelligenz dreht. Auch wenn das die erste technische Entwicklung ist, bei der ich neben Faszination auch Unheimlichkeit  verspüre (z.B. wenn ich neuerdings testweise mit einer Maschine wie mit einer Freundin spreche), glaube ich, dass, richtig eingesetzt, die Menschheit vor einem großen Wendepunkt steht und KI für viele wichtige und sinnvolle Projekte eingesetzt werden kann. Da ich gerade tief in der Museumswelt stecke, möchte ich hier ein Beispiel geben: The Voice of Art | With Watson hat mich sehr beeindruckt im letzten Jahr. Es zeigt, wie man Technologie smart nutzen kann, um einen sehr positiven Effekt zu erzielen und neue Zielgruppen zu erreichen.

Wie schätzen Sie den Innovationsgrad der Medienbranche ein?

Leider passiert da, wie generell in Deutschland, meines Erachtens zu wenig. Wir sind zu langsam, zu träge, zu wenig risikofreudig. Meine Erfahrungen in der Medienbranche liegen allerdings etwas zurück, ich lasse mich sehr gerne eines Besseren belehren. 

Was treibt die Innovation in der Medienbranche maßgeblich voran?

Ich hoffe, dass es immer mehr Innovationsbegeisterte in der Branche geben wird, die Freude an Veränderung und keine Angst vor Disruption haben, dann wäre schon viel gewonnen. Und der Marktdruck von außen tut sein Übriges, das sehen wir ja z.B. sehr stark bei den Zeitungen und ich finde es sehr mutig von der taz, deshalb schon jetzt das Ende der Druckausgabe zu planen.

Was ist für Sie persönlich „innovativ“?

Alles, was mich persönlich dazu bringt, mich aus der Komfortzone zu bewegen und Dinge komplett neu zu denken.